Theresa Hensch

Lokalinfo "Zürich 2" Nr. 44 vom 3. November 2005

«Gemeinderätliche Kommission mischte mit»

Gemeinderätin Theresa Hensch ist Mitglied der Spezialkommission des Gesundheits- und Umweltdepartements. Diese Kommission hat die Vorlage Anfang 2004 behandelt. Das Konzept eines temporären Alterheims überzeugte von Anfang an. Die Kosten in der Höhe von 9 Millionen Franken wurden aber hinterfragt.

Es gehört zur Aufgabe der Kommissionen, kritische Fragen zu stellen und schliesslich mit einem Antrag an den Gemeinderat zu gelangen. «Zürich 2» wollte mehr darüber wissen und fragte bei Theresa Hensch nach.

Welches waren die Knackpunkte in der Weisung?

Es wunderte mich, dass beim Standort des intakten Treppenhauses der Lift eingebaut wurde und es dadurch ein neues Treppenhaus brauchte. Die statischen Gründe des Liftschachtes, der nur an diesem Ort gebaut werden konnte, überzeugten mich nicht ganz. Aber es gelang mir auch nicht, das Gegenteil zu beweisen.

Dann müssen die Kommissionsmitglieder ja richtige Baufachleute sein. Konnten Sie beim Innenausbau auch mitbestimmen?

Nein, wir Gemeinderäte haben im operativen Bereich keinen Einfluss. Doch ich fand die Kosten für die Möblierung eher hoch und bekam auf meine Rückfrage hin die Bestückungliste. Natürlich nicht mit Bildern und Farben, sondern nur die Beträge. Und als ich die Liste überprüfte, stellte ich fest, dass es eben doch einiges braucht, um die einzelnen Wohneinheiten einzurichten. Ob ein Tisch 50 Franken mehr kostet und dafür der Teppich 50 Franken weniger, ist Sache der Verwaltung. Wir haben den Gesamtbetrag gesprochen.

Welche weiteren Punkte gaben noch Anlass zu Diskussionen?

Es wird ja immer nach den aktuellen Standards geplant. So kann das Therapiebad nun auch als Whirlpool gebraucht werden. Ob dieser je genutzt wird, wird sich sich erst im Betrieb zeigen. Ich liess mich davon überzeugen, dass die Kosten für die zusätzliche Funktion kaum höher sein würden.

Hat die Kommission den Antrag des Stadtrates unterstützt?

Fast. Wir haben einen Zusatz eingebracht: Das Haus sei kostendeckend zu betreiben. Ich befürworte das Angebot der Temporärabteilung, doch sollte diese nicht quersubventioniert werden. Ich bin für Kostentransparenz und Kostenträgerwahrheit. Die meisten Personen bezahlen die Kosten nicht selber, sondern rechnen über die Krankenkasse oder Zusatzversicherungen ab. Wenn es sich um einen Ferienaufenthalt handelt, dann sind die Kosten von 135 Franken pro Tag günstiger als manches vergleichbare Hotel.